Das Berger Rathaus prägt bereits den Ortseingang des Dorfes, aber bezogen ist es noch nicht. Wenn es gut läuft, könnte der Einzug rund um den ersten Advent herum erfolgen.
Berg - Bergs Bürgermeister Rupert Steigenberger war in seinem früheren Beruf Bauingenieur im Hochbauamt. Daher weiß er, dass Baustellen, vor allem gegen Ende, viele Nerven kosten. Deshalb ist er angesichts der Schwierigkeiten am Ende der Millionenbaustelle neues Rathaus zwar nicht entspannt, aber auch nicht überrascht. Ihm ist wichtig, dass alles gut funktioniert, bevor die Verwaltung einzieht. Das könnte bestenfalls um den ersten Advent herum passieren, sagt er. Der genaue Zeitpunkt dafür steht noch nicht fest, sehr wohl aber der Zeitplan: Bevor die Verwaltung das Haus in Besitz nimmt, ist ein Tag der offenen Tür für die Bevölkerung geplant. Die offizielle Einweihungsfeier soll im Januar sein.
Steigenbergers Stimmung schwankt beim wöchentlichen Treffen mit der Bauleitung zwischen Zuversicht und Ärger. Geärgert hat er sich, dass die Außentreppe, Fluchtweg aus dem ersten Stock, über Monate nicht geliefert wurde. Als sie kam, hatte die oberste Stufe eine zwei Zentimeter hohe Zusatzschwelle drin – ein gravierender Fehler. „Das wäre eine Stolperschwelle und kein Fluchtweg“, sagt Steigenberger. Die Firma hat nachgebessert und die Schwelle abgeschnitten, jetzt kann die Treppe gefahrlos genutzt werden, bis die oberste Stufe ausgetauscht ist. Die Tauben nutzten die Treppen auch schon, erzählt der Bürgermeister. „Der Taubendreck ist auf dem schwarzen Lack des Metalls gut zu sehen.“
Die beiden Wohnungen sind noch nicht fertig
Auch wenn das Gebäude von außen ziemlich fertig wirkt und regelmäßig abends Licht darin brennt, es ist noch viel zu tun. „Die Fenster müssen eingestellt werden, die Türen kontrolliert“, zählt Steigenberger auf. Der Schreiner ist noch an einigen Punkten zugange und muss nachlasieren, ebenso der Maler, der an bestimmten Stellen dachte, dass Wände nicht gänzlich zu sehen und in der Folge auch nicht gänzlich gestrichen gehören. Die beiden Wohnungen sind noch nicht fertig. Eine sei bereits vergeben, sagt der Bürgermeister im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Und noch fehle die Trennwand zwischen Trauzimmer und Ratssaal. „Die kommt zum Schluss.“
Die Besucherparkplätze sollen gegenüber an der Straße entstehen – und werden jetzt auch erstellt, wie Steigenberger sagt. Das Problem für die Gemeinde bei der dafür beauftragten Firma ist, dass sie zwar sechs Tage durcharbeitet, aber auch immer regelmäßig wochenweise im Urlaub ist.
Bürgermeister: Können nicht bis zum letzten Detail warten
„Wir werden nicht abwarten können, bis das letzte Detail behoben ist“, ist Steigenberger klar. „Aber das Haus sollte vorzeigbar sein.“ Nicht nur für den Tag der offenen Tür, auch für die Mitarbeiter, die im September schon fest mit dem Einzug gerechnet hatten. Doch dann habe sich der Termin einfach nicht halten lassen.
Dabei ist schon einiges fertig. Die Heizung funktioniert, das Internet über Glasfaser ebenso. Die Bushaltestelle ist bereit zur Nutzung, und die Abdeckung bei der Tiefgarage wird montiert. Nicht zuletzt steht fest, welche „Kunst am Bau“ das Rathaus zieren wird. Viele Berger Künstler beteiligen sich mit kleineren Kunstwerken. Für den Umzug sind 2000 Kisten bestellt. „Wir haben ein Unternehmen beauftragt“, erzählt der Rathauschef. Allein der Umzug des Archivs und der Bauakten werde eine gute Woche dauern, schätzt er. Der eigentliche Umzug der Mitarbeiterbüros ist mit zwei Tagen veranschlagt.
Noch ist an den Außenanlagen einiges zu machen, auch das Müllhaus und die Radlständer fehlen. „Es werden noch Bäume und Stauden gepflanzt“, kündigt der Bürgermeister an. Während der Adventszeit soll ein Christbaum vor dem Rathaus stehen. „Wir haben eigens eine Bodenhülse, dank der wir dort einen größeren Baum als vor dem alten Rathaus aufstellen können.“ Positiv läuft es bei den Kosten: Bisher gab es keine negativen Überraschungen. Aktuell stehe man nach wie vor bei 18,9 Millionen Euro. Bald macht er wieder einen Rundgang über die Baustelle. „Mit jedem Mal wird man zuversichtlicher.“