Atemberaubend: Hier liegt eines der größten Naturschutzgebiete Deutschlands

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Es ist das größte Naturschutzgebiet in Niedersachsen. Hier gibt es nicht nur gleich mehrere bedeutende Landschaftstypen – auch besondere Tiere sind hier heimisch.

Es gibt sie noch, die ganz besonderen Orte. In Niedersachsen gibt es atemberaubende Natur – wie beispielsweise an der Nordsee – zu entdecken. Solche Plätze sind wichtige Schutzräume für Flora und Fauna. Im Norden gibt es ein ganz spezielles Gebiet, das bei Naturfreunden und Touristen extrem beliebt ist. Das ist eines der größten Naturschutzgebiete Deutschlands.

Im Herzen Niedersachsens: Lüneburger Heide ist eine der größten Naturschutzgebiete in Deutschland

Zwischen den Städten Buchholz, Soltau, Schneverdingen und Egestorf liegt sie: die Lüneburger Heide. Das Gebiet beherbergt eine beeindruckende Vielfalt an Lebensräumen und seltenen Arten. Mit einer Fläche von 23.388 Hektar ist die Lüneburger Heide das größte und älteste Naturschutzgebiet in Niedersachsen, berichtet der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Bereits 1922 wurde es ausgewiesen und 1993 auf seine heutige Größe erweitert. Es erstreckt sich über die Landkreise Heidekreis und Harburg und bildet das Herzstück des Naturparks Lüneburger Heide. Der Wilseder Berg, mit 169 Metern über dem Meeresspiegel, ist die höchste Erhebung der nordwestdeutschen Tiefebene.

Das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide: Die richtige Pflege ist wichtig

Die Landschaft der Lüneburger Heide ist geprägt von einer einzigartigen Mischung aus weiten Heideflächen, Mooren, klaren Heidebächen sowie naturnahen Laub- und Nadelwäldern. Um die Heideflächen zu erhalten, sind aufwändige Pflegemaßnahmen notwendig, erklärt die Stadt Schneverdingen. Beweidung durch Heidschnucken und Ziegen, manuelle Gehölzentfernung, maschinelle Pflege und kontrolliertes Brennen verhindern die natürliche Wiederbewaldung und sichern den Fortbestand der offenen Heide.

Die Heide ist ein Paradies für bedrohte Tierarten und Pflanzen

Zahlreiche bedrohte und spezialisierte Arten finden in der Lüneburger Heide – in der man auch besonders gut Fahrradfahren kann – ihren Lebensraum. Besonders bemerkenswert sind die Zauneidechse und die Schlingnatter, zwei seltene Reptilienarten, die auf offene, strukturreiche Flächen angewiesen sind. Auch der seltene Singvogel Raubwürger, das Birkhuhn und der Fischotter sind hier heimisch.

Der Raubwürger ist ein seltener Vogel, der in der Lüneburger Heide – einem der größten Naturschutzgebiete Deutschlands – vorkommt. © L. Werle/Imago

Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist die hohe Vielfalt an Standorttypen. Auf Binnendünen gedeihen Trockenrasen mit Silbergras, in feuchten Senken wachsen Glockenheiden und die seltene Moorlilie, und im Pietzmoor südöstlich von Schneverdingen gibt es ausgedehnte Hochmoorbereiche. Das Gebiet ist Teil des europäischen Schutzgebietssystems „Natura 2000“ und als FFH- sowie EU-Vogelschutzgebiet ausgewiesen.

Obwohl die Lüneburger Heide eines der größten Naturschutzgebiete im Binnenland ist, gibt es in Deutschland noch größere Schutzgebiete, insbesondere im marinen Bereich. Zu den bedeutendsten zählen das „Niedersächsische Wattenmeer“ und das Gebiet „Bayerische Wald“, die meist als Nationalparks oder Biosphärenreservate ausgewiesen sind. Im Binnenland bleibt die Lüneburger Heide jedoch eines der größten zusammenhängenden Naturschutzgebiete.