Radl-Waschsstraße, Überschlagssimulator und Rauschbrillen: Der Moosburger Mobilitätstag kam gut an – nur die Parksituation gab Anlass für Kritik.
Moosburg – Den alten Drahtesel wieder auf Vordermann bringen, sich über autonomes Busfahren und Lastenräder informieren oder mal die AOK-Rauschbrille ausprobieren: Das und vieles mehr war heuer beim Moosburger Mobilitätstag während des Herbstmarkts am Sonntag möglich.
„Die Idee für so einen Mobilitätstag in Moosburg ist von mir“, erklärte 3. Bürgermeister Michael Stanglmaier (Grüne) dem FT nicht ganz ohne Stolz. Seit 2016 findet dieser jährlich in Moosburg statt, weil die Dreirosenstadt so etwas auch brauche, wie es der Bürgermeisterkandidat formulierte. Gemeinsam mit Grünen-Stadträtin Alexandra Becher nahm er die autonomen Busse, die gerade in München getestet werden – aus Sicherheitsgründen allerdings noch mit Fahrer an Bord –, unter die Lupe. „Das wäre auch was für Moosburg“, so Stanglmaier. Sozusagen als Ersatz für den Flexbus – irgendwann in naher Zukunft.
„So einen Rausch hab‘ ich noch nie gehabt“
Währenddessen dampfte es einige Schritte weiter gehörig, denn Stefan Sarfert von „Clean your Bike“ war gerade dabei, ein Fahrrad bis auf die letzte Schraube zu trocknen, nachdem dieses aus der Waschanlage gehoben worden war. Dort wiederum stand Kollege Christopher Ströbl, der schon das nächste Radl bearbeitete. „Das dauert nur drei Minuten, dann ist es eigentlich sauber“, so seine Einschätzung, während die Mini-Waschstraße arbeitete.
Rund ging es auch für Moritz, der am AOK-Infostand erst die Cannabis- und dann die Rausch-Brille aufsetzte. Beide Brillen sollen laut Robert Heindl und Harald Fechner von der AOK simulieren, wie es mit der Verkehrstauglichkeit nach dem Konsum von Alkohol oder Marihuana ausschaut. „Bei der Cannabis-Brille waren die Pylonen plötzlich ganz woanders. Das war schon sehr schräg“, berichtete Moritz nach diesem Feldversuch. Nach dem Absetzen der Alkohol-Brille meinte er nur schmunzelnd: „So einen Rausch hab‘ ich aber noch nie gehabt.“
„Mit einer Wampe wird‘s immer schwieriger“
Eine weitere begehrte Anlaufstelle war der Überschlagsimulator. Ferdinand Reichl von der Verkehrswacht erklärte, worauf es bei einem solchen Unfall ankommt: „Ruhig bleiben, die Füße gegen das Armaturenbrett drücken, den Kopf schützen und dann den Gurt lösen.“ Was er aber auch betonte und was freilich für Lacher sorgte: „Mit einer Wampe wird’s natürlich immer schwieriger.“
Überhaupt nicht schwierig war hingegen das Wurfspiel bei Greenpeace Moosburg. Hier durften die Kinder Bälle auf kleine Holzautos werfen, die dann umklappten und Fahrradfahrer und Spaziergänger in einer Fußgängerzone zeigten.
Klare Regelung für Parken auf dem „Plan“
Hans Forstner von Greenpeace hatte aber auch zur zeitweise ausgiebigen und vor allem wilden Nutzung des sanierten „Plans“ als Parkplatz eine klare Meinung. „Das ist schade, dass hier wieder geparkt wird, gerade weil die Sanierung so lange gedauert hat. Eigentlich ist der Zustand jetzt wie vorher, Stadtgrün fehlt auch. Schade um die vertane Chance und das vertane Geld“, so Forstner. Ähnlich sieht das Andreas Kagermeier vom VCD: „Solange die Leute wissen, dass es hier ein paar Parkplätze gibt, wird auch noch mehr geparkt werden.“ Er wünsche sich eine klare Regelung, dass nicht wieder der ganze „Plan“ vollgeparkt werde – und nicht nur ein „Erklär-Schild“, das anscheinend nicht fruchte.