Bezirk Oberbayern krönt ehemaliges Austragungshaus in Großberghofen

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Den Oberbayerischen Denkmalpreis für die Sanierung des Stafflerhaisls in Erdweg-Großberghofen überreichte Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger (r.) im Freilichtmuseum Amerang an Lorenz Reischl. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert. © Foto: Lorenz Reisch/Aufrecht Immobilienagentur, Bezirk Oberbayern

Der Bezirk Oberbayern hat zum dritten Mal den Oberbayerischen Denkmalpreis vergeben. Einer von sechs Preisen ging an das Stafflerhaisl in Erdweg-Großberghofen. Außerdem vergab der Bezirk zehn Anerkennungen für vorbildlich sanierte Denkmäler.

Erdweg – Das denkmalgeschützte kleine Stafflerhaisl, ein Austragshaus, steht an der Dachauer Straße im Zentrum von Großberghofen, heute Ortsteil von Erdweg. 1865 kauften Augustin und Elisabeth Burgmaier das gesamte Anwesen und errichteten das Gebäude als Wohnsitz für die Altbauern. Wenige Jahre später ist Magdalena Seitz als Eigentümerin belegt, deren Familie im nahen Stafflerhof lebte und dem kleinen Gebäude seinen bis heute tradierten Namen Stafflerhaisl gab. Mehr als 60 Jahre wurde es als Austragshaus genutzt; von 1930 bis 1945 wohnte darin eine Erdweger Handwerkerfamilie zur Miete. Von der Nachkriegszeit bis Mitte der 1970er-Jahre beherbergte das Haus Heimatvertriebene und sogenannte Gastarbeiter aus mehreren Nationen. Danach stand es viele Jahrzehnte leer, bis schließlich der heutige Eigentümer das Anwesen im Jahr 2020 erwarb.

Stafferhaisl in Erdweg: Austragshaus, Zuflucht, Wohnhaus

Trotz drohenden Verfalls konnte das bereits verloren geglaubte Baudenkmal in Abstimmung mit den Denkmalbehörden wieder instandgesetzt werden. Heute wird das Objekt als Wohnhaus genutzt und präsentiert sich auf 75 Quadratmetern Wohnfläche detailreich mit restaurierten Originalfliesen und Dielenböden, Bakelitschaltern und wiederhergestellten oder den Originalen nachempfundenen Holztüren. Die Erstellung eines neuen Fundaments war ein aufwendiges Unterfangen, aber für den Wohnkomfort ebenso notwendig wie die Fußbodenheizung oder das wärmedämmende Spezialglas für die Fenster, das eigens für denkmalgeschützte Objekte entwickelt wurde.

Alle ausgezeichneten Denkmäler hat der Bezirk Oberbayern in den letzten Jahren gefördert. Wichtig waren außerdem die fachliche Qualität, Nachhaltigkeit und Ökologie sowie die kulturelle Bedeutung der Denkmäler für Oberbayern. Für sein Förderprogramm Denkmalpflege gibt der Bezirk jährlich rund 2,5 Millionen Euro aus.

„Das ist Geld, das direkt aus der Bezirksumlage in die Landkreise und Kommunen zurückfließt“, betonte Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger: „Mit dem Oberbayerischen Denkmalpreis möchten wir das enorme Engagement privater und öffentlicher Eigentümerinnen und Eigentümer von Denkmälern zusätzlich würdigen. Historische Gebäude erzählen von unserer Vergangenheit und schlagen zugleich Brücken in die Zukunft – indem sie sinnvoll und oft auch für neue Zwecke genutzt werden.“

Die Auswahl traf eine Jury, der neben Mitgliedern des Bezirkstags von Oberbayern und Bezirksheimatpflegerin Dr. Astrid Pellengahr auch jeweils ein Vertreter des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege sowie des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege angehörten. Den Preis verleiht der Bezirk Oberbayern alle zwei Jahre. Das Preisgeld beträgt in diesem Jahr insgesamt 22.000 Euro. Maximal können für den Oberbayerischen Denkmalpreis 25.000 Euro vergeben werden.

Informationen zu den ausgezeichneten Denkmälern gibt die kostenfreie Broschüre zum Oberbayerischen Denkmalpreis 2025, die per E-Mail bestellt (kommunikation@bezirk-oberbayern.de) oder über www.bezirk-oberbayern.de/Denkmalpreis heruntergeladen werden kann.

red

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/dachau/dachauer-rundschau/stafferhaisl-in-erdweg-austragshaus-zuflucht-wohnhaus-93995050.html