McLaren erlebt in Austin ein Drama: Lando Norris und Oscar Piastri kollidieren direkt in der ersten Kurve – und Boss Zak Brown schießt gegen die Konkurrenz.
Austin – Ein Desaster im chaotischen Sprint: McLaren erlebt beim Vorspiel zum Großen Preis der USA (alle Sendezeiten im Blick) einen rabenschwarzen Nachmittag, denn schon in der ersten Kurve kracht es heftig. Lando Norris und Oscar Piastri schießen sich gegenseitig aus dem Rennen. Der Traum vom Sprint-Sieg zerplatzt nach wenigen Sekunden, und der Frust sitzt tief.
Noch während des Rennens teilt McLaren-Boss Zak Brown kräftig gegen die Konkurrenz aus. „Das war schrecklich“, schimpfte der US-Amerikaner bei Sky. „Keiner unserer beiden Fahrer hatte Schuld. Da war amateurhaftes Fahren im Spiel, ein paar der Fahrer da vorne haben unsere Jungs rausgerissen.“
McLaren kritisiert die Konkurrenz, aber Nico Hülkenberg ohne Chance
Dem teaminternen Crash war ein Kontakt mit Nico Hülkenberg (Sauber) vorausgegangen – und für Brown stand der Schuldige schnell fest: „Ich muss mir erst die Wiederholung ansehen, aber Nico ist ganz klar in Oscar reingefahren. Er hat sein linkes Hinterrad getroffen“, zeigte sich der McLaren-Boss sichtlich angefressen.
Doch auch Hülkenberg sah sich chancenlos, denn Piastri fuhr dem Deutschen direkt vor das Auto. „Es war eine ziemlich undankbare Szene irgendwie“, resümiert der Sauber-Pilot bei Sky. „Ich war da in der Mitte im Sandwich, Fernando [Alonso] wollte innen reinstechen. Oscar hat brutal scharf reingestochen, und ich konnte da nicht viel machen.“
Die Rennleitung bewertete den Vorfall als normalen Rennunfall – eine Entscheidung, die bei McLaren für zusätzlichen Unmut sorgte. „Es ist schon überraschend, dass einige Fahrer mit viel Erfahrung nicht vorsichtiger agieren“, kritisiert Teamchef Andrea Stella. „Einfach vorsichtiger sein, durch die erste Kurve fahren, darauf achten, dass man die Konkurrenten nicht beschädigt, und dann weiterfahren.“
Oscar Piastri selbst wollte unmittelbar nach dem Sprint keine Schuldzuweisungen treffen. „Ich habe den Zwischenfall noch nicht im TV-Bild gesehen“, blieb der WM-Spitzenreiter diplomatisch. „Aber ich hatte einen recht guten Start, wollte nach innen und wurde dann getroffen. Das ist natürlich nicht die Art und Weise, wie wir den Tag beginnen wollten.“
Für McLaren steht nun allerdings eine Mammutaufgabe bevor, denn beide Autos müssen in Rekordzeit wieder einsatzbereit sein. Schon am Samstagabend (23 Uhr deutscher Zeit) folgt das Qualifying zum Großen Preis der USA – und dort will das Team aus Woking wieder nach der Pole-Position greifen. (SoBre)