Es riecht nach frischem Holz und Baustoffen, Sonnenlicht fällt durch große Fensterfronten: Das neue Bürgerhaus in Ohlstadt nimmt sichtbar Gestalt an. Bürgermeister Christian Scheuerer steht mit leuchtenden Augen zwischen den noch unfertigen Wänden. „Das Haus ist für Generationen geplant und gedacht. Als Treffpunkt, Ort des Miteinanders, zum Wohnen und Arbeiten“, sagt er stolz. Der Spatenstich, oder besser gesagt, der „Mauer-Abriss“ für das Großprojekt fiel im August 2024.
Ohlstadt – Schon im März kommenden Jahres soll das Haus fertig sein. Auf etwa 1515 Quadratmetern Nutzungsfläche entsteht ein Ort, der seinen Namen verdient: ein Haus für die Bürger von Ohlstadt.
Das Gebäude wird komplett barrierefrei errichtet und gliedert sich in mehrere Ebenen. Das Fundament bildet eine Tiefgarage mit zwölf Stellplätzen. Im Erdgeschoss ziehen künftig die Gästeinformation und der neue Generationentreff (das ehemalige Grey Hill) ein, welcher mit Bar, Küche und Sanitäranlagen ausgestattet ist. Herzstück des Hauses, ebenfalls im Erdgeschoss, ist der große Multifunktionsraum mit Tee- und Kaffeeküche. „Diesen Raum kann jeder aus dem Dorf nutzen – vom Verein bis zur Privatperson für Veranstaltungen oder Vorträge,“ erklärt Scheuerer. „Deshalb nennen wir es Bürgerhaus – es steht der Bürgerschaft zur Verfügung.“
Im ersten Stock entstehen drei Wohnungen sowie ein weiterer großer Multifunktionsraum, der speziell für Vereine oder soziale Einrichtungen nutzbar ist. Zum Beispiel für das BRK, Musikgruppen, VHS-Kurse, Schulungen oder Yogastunden.
Im lichtdurchfluteten Dachgeschoss mit einer großen Galerie, geprägt von viel Holz und Glas, wird künftig gearbeitet. Zwei Gewerbeeinheiten sind hier vorgesehen, die von der Ohlstädter Firma QBEES komplett angemietet werden. Auch hier wurde mit Weitblick geplant: Sollten die Gewerbeflächen eines Tages nicht mehr vermietet werden können, ist ein späterer Umbau zu Wohnraum problemlos möglich. Damit wurde auch in die Zukunft gedacht.
Viel Herzblut steckt in den Mauern
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 8,4 Millionen Euro. Etwa 3,4 Millionen Euro davon stammen aus Fördermitteln. Davon entfallen rund 2,8 Millionen Euro auf die Städtebauförderung und knapp 600´000 Euro auf das Kommunale Wohnraumförderprogramm. Durch die Mieteinnahmen aus den Gewerberäumen, den Wohnungen sowie die Vermietung der Multifunktionsräume lässt sich das Projekt unter anderem langfristig refinanzieren.
Von Beginn an wurde großer Wert auf die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger gelegt. In Bürgerversammlungen und schriftlichen Befragungen konnten sie ihre Ideen, Wünsche und Anregungen einbringen. Viele der heute geplanten Nutzungen, etwa der Generationentreff und die offenen Veranstaltungsräume, gehen auf diese Beteiligung zurück.
Scheuerer betont: „Das Haus ist ein wichtiger Baustein für die Zukunft unseres Dorfes.“ Ohne das große Engagement seines Teams und die enge Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, so der Bürgermeister, wäre das Projekt in dieser Form nicht möglich gewesen. „Viel Herzblut jedes Einzelnen steckt hier in den Mauern.“ Was derzeit noch nach Baustelle aussieht, verspricht ein echtes Schmuckstück zu werden: ökologisch gebaut, lichtdurchflutet und mit klarer Holzarchitektur. Ein Ort, an dem sich Ohlstadt künftig begegnen, feiern und gemeinsam gestalten kann. Ganz im Sinne seiner Bürger.