Nach dem Ende der Bäckerei-Filiale sucht Bad Heilbrunn nach Alternativen für die Nahversorgung der Bürger im Ortsteil Hohenbirken. Ein Automat könnte die Versorgung sichern.
Bad Heilbrunn – Im Februar dieses Jahres ging in Bad Heilbrunn eine Ära zu Ende: Gut 100 Jahre nach der Gründung schloss die Bäckerei Specker und zugleich auch der kleine Kiosk im Ortsteil Hohenbirken, wo die Anwohner samstags ihre Semmeln holen konnten. Doch nun zeichnet sich eine Lösung ab: Konrad Specker denkt darüber nach, einen Automaten aufzustellen: „Nicht für Süßigkeiten und Alkoholika. Da kommen frische Produkte rein.“
Speckers Vater hat die Bäckerei-Filiale in Hohenbirken im Jahr 1991 ins Leben gerufen. Die Einwohner konnten dort Produkte des täglichen Lebens einkaufen – Butter, Semmeln, Brote, Milch und zahlreiche Kleinigkeiten. In den Anfangsjahren war die Filiale täglich geöffnet, zuletzt nur noch samstags für drei Stunden. Durch die Schließung der Bäckerei fällt nun auch diese Einkaufszeit weg.
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„Viele Bürger sind zu mir gekommen und haben gesagt: Jetzt müssen wir zum Semmeln holen extra ins Dorf fahren“, berichtet Specker. Also dachte er über Alternativen nach. Der erste Gedanke war, dass er den Kiosk kostenlos zur Verfügung stellt, ein Bäcker die Waren liefert und die Bürger sich selbst um den Verkauf kümmern. Doch diese Idee erwies sich als nicht realisierbar. Also startete die Gemeinde eine Ausschreibung, und tatsächlich habe sich ein „sehr interessanter Bewerber“ gemeldet, berichtet Specker. Er verhandelte mit einem Catering-Service, der den Kiosk täglich für eine Stunde öffnen wollte. Doch auch diese Option habe sich mittlerweile zerschlagen: „Die Firma wurde inzwischen aufgelöst.“
Bürgermeister Thomas Gründl fragte bei Specker nach, ob die Gemeinde den Kiosk erneut zur Pacht ausschreiben soll. Doch Specker empfahl, damit noch etwas zu warten. Seiner Ansicht nach ist es äußerst schwierig, einen geeigneten Nachfolger zu finden, „denn schon für uns war es schwer genug, den Kiosk wirtschaftlich darzustellen“. Für einen externen Bewerber mit nur einem Standort wäre es wohl noch schwieriger.
Stattdessen informiert sich Specker derzeit über die verschiedenen Konzepte: „Wir strecken gerade unsere Fühler aus, was wir machten könnten.“ Ein interessantes Konzept gebe es in einem Ortsteil von Herrsching am Ammersee. Dort habe die Gemeinde einen Platz zur Verfügung gestellt und einen Unterstand gebaut. Eine Firma habe einen Automaten aufgebaut, der von zahlreichen Lieferanten bestückt wird – etwa der Naturkäserei Tegernseer Land, der Andechser Molkerei, ebenso von einer lokalen Metzgerei und einer bäuerlichen Erzeugergemeinschaft. Zugleich zerstreut Specker die Hoffnung auf eine schnelle Lösung: „Ich befürchte, dass heuer nichts mehr passieren wird. Es geht nur um die Vorplanung. Spruchreif könnte es im nächsten Frühjahr sein.“