Junggesellenparty auf Berghütte läuft voll aus dem Ruder: Bergretter, Polizei und Notarzt rücken an

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Der Verletzte wurde mit einer Materialseilbahn von der Enzianhütte ins Tal gefahren. © Montage Wikipedia/Wghler, Facebook/Bergwacht Oberstdorf

Einen heftigen Einsatz haben Bergretter, Politei und ein Notarzt auf einer abgelegenen Berghütte auf über 1800 Meter Höhe hinter sich. Dort ist man offenbar Kummer gewohnt.

Oberstdorf - Junggesellenabschiede sind eine etwas verruchte Angelegenheit, die immer wieder für Ärger sorgt, da Außenstehende meistens nicht so begeistert von den Auswirkungen von Alkohol und enthemmter Feierei sind. Spielfilme wie „Hangover“ zeigen, wie wüst solche Partys enden können.

Im Allgäu hatte sich eine Clique eine Berghütte ausgesucht, um zum Ende des Junggesellendaseins ihres Freundes es noch mal kräftig krachen zu lassen - so sehr, dass am Samstag laut Bergwacht Oberstdorf gegen 23.50 Uhr fünf Einsatzkräfte zu der Enzianhütte auf 1804 Meter Höhe ausrücken mussten, darunter ein Notarzt und zwei Polizisten.

Es war der letzte Abend auf der Berghütte in dieser Saison. Oben fanden die Einsatzkräfte nahezu alle Gäste „stark alkoholisiert“ vor, wie es auf Facebookseite der Bergwacht Oberstdorf heißt. Eine Person hatte eine Kopfplatzwunde und war bereits bewusstlos. Ein anderer Gast hatte bedenkliche, aggressive Ausfallerscheinungen. Er wollte weiterfeiern, konnte aber demnach überzeugt werden, mit ins Tal zu fahren.

Bewusstloser Partygast mit Platzwunde am Kopf - nahezu alle Gäste „stark alkoholisert“

Wegen Nebel konnte der Hubschrauber aber nicht fliegen, sodass der Verletzte und sein „ebenfalls stark alkoholisierter und unkooperativer“ Begleiter per Materialbahn ins Tal gebracht wurden. Einer erbrach sich, was eine umfangreiche Reinigung der Gondel und eines Bergesacks erforderte. Der Verletzte wurde im Anschluss zur weiteren Versorgung in eine Klinik gebracht. Dort wurde um vier Uhr immer noch „ein beeindruckend hoher Promillewert“ gemessen, wie die Bergwacht auf ihren Social-Media-Kanälen berichtet. Der Einsatz dauerte bis 5.30 Uhr.

Die Materialseilbahn auf dem Weg zur Enzianhütte.
Die Materialseilbahn auf dem Weg zur Enzianhütte. © Bergwacht Oberstdorf

Auf der Berghütte hat man offenbar nicht das erste Mal solche Erfahrungen gemacht. Auf der Homepage heißt es: „Gruppen wie auch Junggesellenabschiede sind willkommen, sofern ein respektvolles Verhalten und angemessener Lärm gewährleistet sind“, heißt es auf der Homepage der Berghütte. Wir haben bedauerlicherweise in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen auf der Hütte gemacht, insbesondere in Bezug auf übermäßigen Alkoholkonsum und Gruppen wie auch Junggesellenabschiede.“ Diese Erfahrungen hätten gezeigt, dass klare Verhaltensregeln notwendig seien, um potenzielle Probleme zu vermeiden und einen angenehmen Aufenthalt für alle Gäste zu gewährleisten.

Hütte hat offenbar Erfahrungen mit Junggesellenasbchiedn: Regeln für Alkoholkonsum und Erbrechen

Die Verhaltensregeln lauten etwa: „Beachten Sie Ihre eigenen Grenzen beim Alkoholgenuss und trinken Sie verantwortungsbewusst.“ Auch für den Fall, dass sich jemand übergeben muss, gibt es Regeln: „Im Falle von Erbrechen in öffentlichen Räumen informieren Sie bitte sofort das Personal. Benutzen Sie die bereitgestellten Reinigungsmittel und Utensilien, um den betroffenen Bereich selbstständig zu reinigen.“

Bei unsachgemäßer Reinigung oder im Falle von erheblichen Verschmutzungen behält sich die Hütte vor, zusätzliche Reinigungsgebühren zu erheben. Bereits im Frühjahr musste die Bergwacht Oberstdorf zu einem ungewöhnlichen Einsatz zu einer Berghütte gerufen. Woanders gibt es in Schutzhäusern Probleme mit kleinen lästigen Tieren,